Die neue Canon ImagePrograf Serie

Canon versteht Fotografie, sonst wären sie nicht der größte Kamerahersteller der Welt. Eigentlich überrascht es, dass Canon den Kameramarkt über Jahrzehnte hinweg dominierte, sich aber wenn es um den Druck von Fotos ging, nie so ganz gegen seine Konkurrenz behaupten konnte. Dabei versteht Canon genauso viel vom Druck. Das haben sie bewiesen als in kürzester Zeit der Marktführer für technische Großformatdrucker auf Platz 2 verwiesen wurde. Und auch die älteren Fotodrucker mussten sich nicht vor der Konkurrenz verstecken. Doch jetzt sind die neuen Großformatdrucker da, und Canon will offensichtlich zeigen, dass Fotografie die Kernkompetenz des Unternehmens ist. Man versucht nicht sich mit der Konkorrenz zu messen, man setzt kurzerhand neue Maßstäbe.

Auf den ersten Blick fällt auf, dass sich einiges geändert hat. Die beiden neuen Drucker iPF Pro-2000 und iPF Pro-4000 setzen auf das Design des „kleinen“ iPF Pro-1000. Das bedeutet schwarzer Kunststoff mit aufgerauter Oberfläche, der an das Magnesium Gehäuse der EOS Kameras erinnert. Dazu wurde den Druckern ein roter Streifen spendiert, wie er bei den Canon Pro Objektiven zu finden ist. Optisch wird hier gleich der Bogen zu den Kameras geschlagen, damit klar ist, dass man sich in der Canon Foto-Welt befindet. Auffällig ist ebenfalls die Größe der Drucker. So wirken sie auf ersten Blick etwas gedrungen, misst man allerdings nach, bemerkt man, dass sie deutlich schmäler als andere 24“ und 44“ Systeme sind. Das liegt daran, dass die Tinten nicht seitlich, sondern an der Rückseite der Drucker angebracht wurden. Auswechseln lassen sich die Patronen natürlich von vorne, aber die neue Anordnung spart Platz und das hilft, wenn die Drucker in kleinen Nischen untergebracht werden sollen. Wie man es von Canon gewöhnt ist, wird hier wieder mit Sub-Tanks gearbeitet, was bedeutet dass die Tinte während dem Druck getauscht werden kann ohne zu pausieren. Vor allem ist es durch dieses System auch nicht notwendig, vor Reinigungen Tintentanks zu tauschen, sollten diese fast leer sein. Die Tinten werden hin und wieder automatisch geschüttelt und der Druckkopf ein wenig gespült, dadurch ist der Drucker immer einsatzbereit und es kommt in der Regel zu keinen Düsenaussetzern. Die Papierrollen werden bei beiden Druckern von der vorderen Unterseite geladen. Was uns dabei sehr gut gefällt, ist dass das Papier dadurch nicht gegen den natürlichen Drall gebogen wird. Das macht vor allem das Verarbeiten schwerer Materialien leicht, da man die bockigen Papiere nicht unnötig biegen muss und vielleicht sogar das Anstreifen des Druckkopfs riskiert. Außerdem muss man das Papier nicht manuell einfädeln sondern dreht die Rolle einfach bis der Drucker sie automatisch einzieht. Mit etwas Übung spart man sich dadurch beim Einlegen die Handschuhe. Dass man bei den neuen Druckern mit Spindeln arbeiten muss und kein spindelloses System wie bei der Konkurrenz zum Einsatz kommt, gefällt uns weniger. Bei 24“ fällt das nicht ins Gewicht, allerdings könnte bei 44“ das Handling der schweren Rollen mit der langen Spindel komfortabler ausfallen. Dafür bieten die neuen Drucker eine Besonderheit, die sonst niemand hat. Beide Systeme sind nämlich optional mit einer zweiten Rolleneinheit verfügbar. So können bequem zwei unterschiedliche Papiere in den Drucker geladen und direkt angesteuert werden. Alternativ kann die zweite Rolle auch als Aufrolleinheit verwendet und direkt von Rolle zu Rolle gedruckt werden. Das sind spannende Möglichkeiten, die in diesen Größen sonst niemand bietet. Das bedrucken von Blattware ist zwar etwas komplizierter als bei den Vorgängern, hat in unseren Tests bisher jedoch zuverlässig funktioniert. Bis jetzt wurde noch kein Blatt schräg eingezogen, hier wird sich der Drucker allerdings im Langzeittest mit vielen unterschiedlichen Papieren beweisen müssen.

Canon iPF Pro-4000
Canon iPF-Pro 4000

Kommen wir zum wichtigsten Punkt – der Druckqualität. Mit einem Wort zusammengefasst ist sie hervorragend. Die 12 Tinten zaubern einen wunderbar großen und homogenen Farbraum, die Kontraste und Farbübergänge sind perfekt und Bereiche die bei anderen Druckern leicht abflauen bestechen durch Klarheit und ausgezeichnete Definition.

Das Unibody Gehäuse der Drucker verringert außerdem Erschütterungen und die dadurch erreichte Schärfe überzeugt auf voller Länge. Wenn das Dokument es hergibt lassen sich messerscharfe Bilder produzieren, die sowohl aus der Entfernung als auch von ganz nah toll aussehen. In unseren Tests konnten die Drucker jedenfalls überzeugen uns sich als neue Referenz ins Sachen Druckqualität positionieren. Inwieweit der Chroma Optimizer dazu beiträgt, müssen wir uns in näheren Tests noch genauer ansehen, was das minimieren von Bronzing Effekten angeht sind wir jedoch nicht ganz überzeugt. Erstens ist Bronzing bei allen aktuellen Geräten ohnehin kein allzu großes Thema mehr und eher durch die sorgfältige Papierwahl in den Griff zu bekommen. Zweitens konnten wir trotz Chroma Optimizer auch leichtes Bronzing feststellen, das in unseren Augen aber nicht störend ist, da Bilder in der Regel von vorne und nicht schräg gegen das Licht betrachtet werden. Optional kann der Chroma Optimizer auf das ganze Bild gedruckt werden, dadurch fallen weiße Stellen nicht als unbedruckt auf und die Bilder werden etwas besser geschützt. Für uns nicht unbedingt notwendig, aber vielleicht für den ein oder anderen ein spannendes Feature. Fazit: Canon macht mit dem neuen iPF Pro-2000 und Pro-4000 einen gewaltigen Satz nach vorne. Einige Feinheiten in der Handhabung machen das Arbeiten damit sehr bequem, aber vor allem die Druckqualität begeistert. Wer genau hinsieht und Wert auf Details legt, wird begeistert sein.

Canon iPF Pro-2000
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Canon iPF Pro-2000
12 Farben, 610mm Druckbreite
€ 2.940
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Canon iPF Pro-4000
12 Farben, 1.118mm Druckbreite
€ 5.940